Ausflug zum Panama-Kanal und nach Panama City

Wer mit dem Kreuzfahrtschiff nach Colón kommt, sollte sich - sofern er dies nicht schon gemacht hat - auf jeden den Panama Kanal und die Landeshauptstadt Panama City ansehen. Wir wollten diesen Ausflug in einer kleinen Gruppe machen und  entschieden uns für die örtliche Agentur panamataxi. Die Agentur wird von der 2001 nach Panama ausgewanderten Schweizerin Jeannine Rauchenstein und ihrem Ehemann betrieben. Unser engagierter Tourguide während des Ausflugs war der Österreicher Max Pichler, der inzwischen eine eigene Ausflugsagentur mit dem Namen "Bis bald Tours" gegründet hat und jetzt auch Ausflüge speziell für Kreuzfahrer anbietet. Max lebt bereits seit etlichen Jahren in Panama und ist mit einer Panamaerin verheiratet.

Einfahrt der Norwegian Star in die Miraflores Schleuse
Einfahrt der Norwegian Star in die Miraflores Schleuse

Pünktlich wurden wir außerhalb des Hafengeländes abgeholt. Max wartete dort mit einem Kleinbus auf unsere Gruppe (12 Personen). Während des Ausflugs erfuhren wir viel Interessantes über die wechselvolle Geschichte des Landes, die Bedeutung des Kanals und die Zeiten, als der Kanal - die Kanalzone - von den USA verwaltet wurde. Max berichtete auch viel über das heutige gesellschaftliche Leben, die politische und wirtschaftliche Entwicklung von Panama und die indigenen Embera-Indianer, die ihr Territorium selbst verwalten und deren Siedlungen man auch besuchen kann.

Blick von der Brücke "Puente Centenario" auf den Kanal
Blick von der Brücke "Puente Centenario" auf den Kanal

Brücke Puente Centenario

 

Zunächst ging es etwa 60 km quer durch Panama zur 2004 eingeweihten Brücke Puente Centenario. Dieses beeindruckende Brückenbauwerk ist neben der Puente de las Américas die wichtigste Verbindung über den Kanal und befindet sich in der Nähe der Pedro Miguel Schleuse. Die Durchfahrtshöhe für Schiffe beträgt 80 m.

Miraflores Schleusen

 

Nächster Stopp waren die Miraflores Schleusen. In dem informativen Besucherzentrum (Eintritt 15 US-Dollar) werden auf vier Etagen der Bau und die Funktionsweise der Panamaschleusen dargestellt. Daneben werden historische Filme und Exponate gezeigt. Auf der nachgebauten Brücke eines Containerschiffs kann man mittels eines Simulators - einschließlich Geräuschkulisse- auf großen Bildschirmen im Zeitraffer durch die Schleuse fahren.

Durch die Ausstellung gelangt man auf die Besucherplattform im 4. Stock, die bis dicht an die Schleuse reicht. Von hier aus hat man den besten Überblick auf die Schleusenanlage und kann aus nächster Nähe beobachten, wie die insgesamt acht silberfarbenen Loks die Schiffe langsam durch den Schleusenkanal ziehen. Während unseres Aufenthaltes hatten wir Glück und konnten hautnah miterleben, wie ein großes Kreuzfahrtschiff, die Norwegian Star, die Schleuse passierte.

 

Im Hintergrund waren Fracht- und Containerschiffe zu sehen, die die neue und größere Schleusenanlage passierten. In der Vergangenheit konnten "nur" Schiffe der Panamax-Klasse mit maximal 294,3 m Länge und 32,3 m Breite sowie einem Tiefgang von max. 12,04 m durch den Kanal fahren. Die im Juni 2016 in Betrieb genommene neue Schleuse ermöglicht Schiffen bis zu 366 m Länge, 49 m Breite und 15,2 m Tiefgang (Neopanamax-Klasse) die Passage.

Isla Flamenco, Isla Naos und Isla Perico

 

Weiter ging es dann zu den Panama City vorgelagerten Inseln Isla Flamenco, Isla Naos und Isla Perico, die durch einen Damm mit dem Festland verbunden sind. Von dort hat man einen besonders schönen Blick auf die Silhouette von Panama City.

Altstadt Casco Viejo

 

Letzte Station unseres Ausflugs war die Casco Viejo, auch Casco Antigua genannt, die 1997 zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärte Altstadt von Panama City. Große Teile des Viertels wurden im 18. Jahrhundert durch einen großen Stadtbrand zerstört. Sehr viele der daraufhin im 19. und 20. Jahrhundert errichteten Gebäude im Kolonial- und Jugendstil sowie Klassizismus wurden bereits aufwendig restauriert.

2019 wird in Panama der 34. Weltjugendtag mit hunderttausenden Jugendlichen ausgerichtet. Auch der Papst wird erwartet, weshalb zurzeit mit enormem Aufwand nicht nur die Kirchengebäude herausgeputzt werden.

 

Wir können einen Ausflug mit Max Pichler sehr empfehlen.

Stand: Februar 2018